Value Bets – die richtige Sportwettenstrategie

Mit Value Bets kann man bei Sportwetten erfolgreich sein, denn es kommt auf die richtige Strategie an. Die Quote ist bei den Value Bets im Verhältnis zur Wahrscheinlichkeit überhöht. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Quote besonders hoch oder niedrig ist. Aus der Sicht des Tippers besitzen solche Wetten einen besonderen Wert, da sie gewinnversprechend angespielt werden können. Der Wert einer Wette kann berechnet werden, doch nicht immer handelt es sich um Value Bets.

Die Besonderheiten von Value Bets

Value Bets bedeutet, wörtlich übersetzt, „werthaltige Wette“, also eine Wette mit guter Bezahlung. Ist die vom Buchmacher vorgegebene Quote einer Wette höher als die eigentliche Wahrscheinlichkeit des Ausgangs einer Wette angesetzt, handelt es sich um eine Value Bet. Die Wahrscheinlichkeit der ständigen Wettangebote ist überbewertet, daher produzieren diese Wetten langfristig einen sichereren Gewinn. Will man die Funktionsweise von Value Bets verstehen, kommt es darauf an, sich mit der Berechnung von Wettquoten auszukennen. Buchmacher errechnen die Wahrscheinlichkeit für zukünftige Sportereignisse und berücksichtigen dabei verschiedene Einflussfaktoren, beispielsweise die Kaderstärke, die Form und die Tabellensituation.

Eine Wettquote berechnen

Die Berechnung einer Wettquote soll am Beispiel eines Bundesliga-Spiels verdeutlicht werden. Bayern-München tritt gegen den HSV an. Der Buchmacher berechnet nun, dass Bayern eine Chance von 50 Prozent hat, das Spiel zu gewinnen. Die Wahrscheinlichkeit für ein Unentschieden liegt bei 30 Prozent, während die Wahrscheinlichkeit, dass der HSV gewinnt, mit 20 Prozent angesetzt wird. Nachdem die Wahrscheinlichkeit berechnet wurde, setzt man die Zahl 1, die für die Wahrscheinlichkeit steht, als Dezimalzahl ein, um die Quoten zu ermitteln. In diesem Beispiel wäre 1 dividiert durch 0,5 gleich 2 für den Sieg von Bayern-München. Für ein Unentschieden dividiert man 1 durch 0,3 und erhält dafür den Wert 3,33. Schließlich wird noch die Quote für den Sieg des HSV berechnet, dafür wird 1 durch 0,2 dividiert, was eine Quote von 5 für einen Auswärtssieg ergibt. Schließlich wollen die Wettanbieter noch etwas verdienen, damit es sich für sie lohnt, Sportwetten anzubieten. Sie rechnen deshalb in die ermittelten Quoten noch ihre Buchmachermargen ein und reduzieren die Quoten um ein paar Prozentpunkte. Im beschriebenen Beispiel würde sich für den Sieg von Bayern-München anstelle von 2 eine Quote von 1,80, bei einem Unentschieden statt 3,33 eine Quote von 3 und bei einem Sieg des HSV statt 5 eine Quote von 4,5 ergeben. Die Berechnung für dieses Beispiel ist nun noch nicht abgeschlossen, sie wird noch etwas komplizierter. Gewinnt nun Bayern-München das Spiel gegen den HSV und liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent, so kann ein Wettanbieter für diesen Sieg eine Quote von 2,1 ansetzen, während eine faire Quote bei 2 liegen würde. Die Quote 2,1 ist höher als die erwartete Wahrscheinlichkeit, daher handelt es sich bei diesem Beispiel um eine Value Bet. Damit die Wahrscheinlichkeiten eines Ereignisses realistisch vorhergesagt werden können, bedarf es entsprechender Kenntnisse und ausführlicher Studien. Statistiken und aktuelle Einflüsse, beispielsweise Erkrankungen oder Sperrungen wichtiger Spieler, werden dazu herangezogen. Auch die Quoten, die auf dem Markt angeboten werden, können für die Ermittlung der Wahrscheinlichkeiten genutzt werden. Für eine durchschnittliche Wahrscheinlichkeit der Wettausgänge werden die Durchschnittsquoten in Prozent umgerechnet. Wenn ein Wettanbieter deutlich über dem Durchschnitt liegt, kann man eine Value Bet erkennen und die Wette platzieren. Die Kelly Formel hilft, den Wert einer Wette zu berechnen. Für den Sieg seines Favoriten kann man eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent ansetzen. Beim Wettanbieter findet man für dieses Ereignis eine Quote von 1,56. Der Wert dieser Wette wird folgendermaßen berechnet:
Wert = 1,56 x 0,65 – 1 / (1,56 – 1).
Das Ergebnis ist 0,025.
Der Wert 0,025 wird mit dem Gesamtvolumen multipliziert, das man wetten will. Nun kann man die Value Bet platzieren. Will man mit einem Gesamtvolumen von 1.000 Euro wetten, erhält man für dieses Beispiel bei einem Sieg von Bayern-München einen Wert von 25, was bedeutet, dass man eine Wette auf den Sieg der Bajuwaren mit 25 Euro platzieren muss.

Value Bets – verschiedene Varianten

Bei den Value Bets gibt es lediglich zwei Varianten: Die unwahrscheinlichen und die wahrscheinlichen Value Bets. Viele Value Bets fallen unter die Kategorie der unsicheren Value Bets. Unwahrscheinlich sind sie deshalb, da die Wahrscheinlichkeit, sie zu gewinnen, äußerst gering ist. Spieler von Value Bets suchen den Gewinn nicht in einem einzigen Gebot, denn sie werden viele Wetten verlieren. Value Bets sind also auf einen langfristigen Gewinn orientiert, was auch Verluste bedeutet. Mit einer einzigen Wette, die man gewinnt, will man die Verluste aus den vorangegangenen Wetten ausgleichen. Die höchsten Quotenwerte liegen in den unwahrscheinlichen Value Bets. Verschiedene Anbieter bezahlen diese Wetten über ihrem realen Wert, da sie wissen, dass diese Wetten kaum gewinnträchtig sind. Will man unwahrscheinliche Value Bets spielen, sollte man sich bereits gut in der Materie auskennen und die Hintergründe verstehen. Ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintritt, nur äußerst gering, so ist es doch nicht ausgeschlossen, dass es eintreten kann. Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist nur sehr gering. Spielt man langfristig, so landet man nur selten einen Gewinn. Erzielt man jedoch tatsächlich einen Gewinn, so kann er sich sehen lassen.

Bei den wahrscheinlichen Value Bets ist die Gewinnchance hoch, doch die Werte dieser Wetten sind geringer als bei den unwahrscheinlichen Value Bets. Die Anbieter übertreffen bei diesen Wetten ihre Quoten nicht. Auch bei diesen Wetten kommt es wieder auf Kenntnisse in der Sportart, auf die man wetten will, an. Ein Beispiel für solche wahrscheinlichen Value Bets sind Wetten auf Heimspiele der schwächeren Mannschaft. Generell sind Value Bets auf Heimspiele wahrscheinliche Value Bets. Die Mannschaft ist noch motivierter als bei einem Auswärtsspiel, da sie sich vor dem heimischen Publikum von der besten Seite zeigen will. Nicht nur eine Wette auf den Sieg der starken Mannschaft, sondern auch auf ein Unentschieden kann eine wahrscheinliche Value Bet sein.

Auf die richtige Strategie kommt es an

Value Bets sind etwas für erfahrene Spieler von Sportwetten, die sich in der Sportart, auf die sie wetten wollen, gut auskennen. Wichtig ist, dass man alle getätigten Wetten kontrolliert und die Gewinne und Verluste aller Wetten berechnet. So kann man langfristig Erfahrungen sammeln und die besten Value Bets erkennen. Auf Geduld kommt es an; man sollte wissen, dass man viele Gebote verliert, aber auch die Chance auf Gewinne hat. Um nicht zuviel zu verlieren, sollte man sich ein Limit setzen und bei jeder Wette nicht mehr als drei Prozent dieses Betrages aufbringen. Empfehlenswert ist es, den Betrag für eine Wette zu setzen, den man auch bei normalen Sportwetten einsetzen würde. Grundsätzlich sollte man nur auf die Sportarten wetten, in denen man sich gut auskennt. Will man unwahrscheinliche Value Bets spielen, dann sollte man Sportarten auswählen, bei denen die Chance auf eine Überraschung besteht, beispielsweise Fußball oder Tennis. Wettet man nach der bereits beschriebenen Kelly Formel und passt man die Formel entsprechend an, so kann man errechnen, welchen Betrag man platzieren muss.

Sind Value Bets gefährlich?

Die größte Gefahr der Value Bets liegt darin, dass man die meisten Wetten verliert, bis man tatsächlich einen Gewinn erzielt. Man benötigt Geduld und Zeit, wenn man gewinnen will, und muss die Value Bets daher langfristig spielen. Abhängig von der Strategie, erzielt man im Gewinnfall nicht immer die optimale Ausbeute oder das Risiko einer falschen Berechnung bei der Anwendung der Kelly Formel ist hoch. Eine Gefahr besteht darin, dass man subjektiv einschätzen muss, ob bei einer Value Bet Gewinnchancen bestehen. Hat man als Spieler nur wenig Geschick und kennt man sich nicht mit den Vereinen und den aktuellen Situationen aus, ist die Verlustgefahr besonders groß. Die Verlustgefahr ist besonders groß, wenn man die eigene Wahrscheinlichkeit nicht überprüft und sich die Ereignisse nur schön rechnet. Nur dann, wenn die eigene Einschätzung besser als die des Buchmachers ist, hat man eine reelle Gewinnchance. Gerade, wenn man erst mit den Value Bets beginnt, läuft man die Gefahr, an das falsche Wettbüro zu geraten. Um das zu vermeiden, sollte man sich zuvor gründlich über die Wettbüros, deren Seriosität und die Gewinnchancen informieren. Sinnvoll ist es, den Quotenvergleich auf einschlägigen Webseiten zu nutzen. Hat man im Verhältnis zum Wetteinsatz zu wenig Kapital, so ist das gefährlich, denn schnell kann man sein Geld verspielen. Gerade dann, wenn man sich über Verluste ärgert und es daher innerhalb kurzer Zeit wieder mit Wetten versucht, ist die Gefahr des finanziellen Ruins sehr groß. Auf keinen Fall sollte man daher wahllos wetten. Um eine Chance zu haben, sollte man sich, bevor man seine Wette platziert, genau über die Situation informieren. Umfangreiche Analysen und Berechnungen nach der Kelly Formel sind fast unerlässlich, wenn man eine Chance haben will. Wie bei allen Wetten, ist bei den Value Bets die Suchtgefahr nicht zu unterschätzen. Sie kann jeden treffen, egal, ob man Gewinne oder Verluste verzeichnet hat.

Fazit

Value Bets sind eine attraktive Form von Sportwetten, doch sollten sie nur von denjenigen gespielt werden, die sich in der jeweiligen Sportart gut auskennen. Man muss die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintritt, besser einschätzen können als der Buchmacher. Grundsätzlich muss man langfristig wetten, wenn man gewinnen will. Man muss sich darüber klar sein, dass man die meisten Wetten verlieren wird, bevor es zu einem Gewinn kommt. Die Gewinne können bei den Value Bets jedoch besonders attraktiv sein.

Autor dieses Beitrages

Caroline Müller
Ich bin Caroline Müller, Mitarbeiterin im Leistungszentrum eines großen deutschen Fussballverein in München. Geboren und aufgewachsen in Köln habe ich 2007 mein Master-Studium der "Exercise Science and Coaching" an der deutschen Sporthochschule Köln abgeschlossen. Dank meiner männlichen Kommilitonen wurde ich während meines Studium auch ein Fan von Sportwetten und freue mich hier meine Erfahrungen mit Euch zu teilen. Wir sehen uns auf meinen Google+ Profil.