Surebets – Absicherung nach allen Seiten

Für alle Fälle abgesichert – mehrere Wettanbieter stellen ihren Kunden sogenannte „Surebets“ zur Verfügung. Allerdings wissen einige User nicht, was sich hinter diesen Wetten verbirgt, weshalb im Folgenden ausführlich über Surebets, ihre Erfolgsquoten und die eventuellen Risiken berichtet wird.

Definition einer Surebet:

Der Name „Surebet“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „sichere Wette“. Damit werden Kombinationen einer Wette bezeichnet, die alle Eventualitäten abdecken, weshalb ein Wettkunde rein theoretisch nicht verlieren kann. Je nach Art des Spiels, auf das gewettet wird, besteht eine Surebet aus mehreren einzelnen Wetten und ist darum streng genommen eine Kombiwette.

Um zu verdeutlichen, wie eine Surebet funktioniert, wird die Wette an einem Beispiel beim Fußball und einem Tennis-Spiel verdeutlicht. Beim Tennis gibt es nur zwei mögliche Ergebnisse: Sieg oder Niederlage für Spieler A gegen Spieler B. Schließt man eine Surebet auf Spieler A ab, dann heißt das, dass man sowohl auf den Gewinn von Spieler A als auch auf seine Niederlage setzt – wie hoch oder wie niedrig ein Sieg oder eine Niederlage ist, spielt bei einer Surebet allerdings keine Rolle. Lediglich das Gesamtergebnis zählt.

Eine Surebet beim Fußball würde dagegen drei mögliche Ergebnisse beinhalten: Sieg, Niederlage oder Unentschieden von Mannschaft A oder Mannschaft B. Wenn man also eine Surebet auf Mannschaft B abschließen würde, dann würde man wetten, dass Mannschaft B gewinnt, verliert oder ein Unentschieden herausholt.

Da eine Surebet aber eine Kombination aus mehreren Wetten ist, müssen Wettkunden im Vergleich zu einzelnen Wetten entsprechend höhere Beträge zahlen oder können bei einem Gewinn nur geringere Auszahlungen erwarten. Um das zu verstehen, hilft wieder ein kleines Beispiel. Bei einem Fußballspiel zwischen Team A und Team B setzt Wettbieter X folgende Quoten an: Gewinn: 5,7, Niederlage 3,4 und Unentschieden 1,1. Eine Surebet würde sich also so rechnen: (1 : 5,7) + (1 : 3,4) + (1 : 1,8) = 0,7476. Das bedeutet, dass man für einen Einsatz für aufgerundet 75 Cent einen Euro Gewinn bei einer Surebet gewinnen würde. Im Vergleich dazu wäre der Gewinn bei einer normalen Wette beispielsweise nur auf Sieg für Mannschaft A zwar höher, würde aber auch ein größeres Risiko eines Verlustes durch ein anderes Ergebnis mit sich bringen. Da bei einer Surebet allerdings alle möglichen Ausgänge eines Spiels mit eingeschlossen werden, kann es nur in wenigen Fällen zu einem Verlust des Wetteinsatzes kommen.

Varianten der Surebets:

Eine Surebet besteht meistens aus mehreren Wetten verschiedener Wettanbieter. Dabei werden in der Regel die Quoten der einzelnen Wetten bei den jeweiligen Anbietern verglichen, um eine Gesamtquote zu errechnen. Generell sind Buchmacher darauf Betracht, eine Gesamtquote über 1 zu halten, weil das – unabhängig von den eingezahlten Beträgen und den Gewinnen – einen Gewinn für die Buchmacher bedeutet. Eine Surebet mit allen möglichen Wettergebnissen, dessen Quote über 1 liegt, wird auch gerne als „All-Back-Bet“ bezeichnet, was auf Deutsch ungefähr „Alles-abgedeckt-Wette“ bedeutet. Diese Form der Surebets ist sehr verbreitet, weil es sowohl einen Gewinn für die Wettkunden bedeutet als auch ein Einkommen für die Buchmacher.

Das Gegenteil der „All-Back-Bet“ wird dagegen als „Arbitrage-Bet“ bezeichnet. Bei einer „Arbitrage“ handelt es sich um eine preisliche Differenz, bei der nicht die Wettanbieter, sondern die Wettkunden einen Vorteil erzielen. Die Wettquote solcher Surebets liegt unter 1, was bedeutet, dass die Buchmacher keinen Gewinn machen und ausschließlich derjenige, der eine Wette abschließt, auch gewinnt. Das Problem bei solchen Arbitrage-Wetten besteht allerdings darin, dass diese Wetten von vielen Kunden gezielt gesucht und abgeschlossen werden. Dadurch verändert sich die Quote der Arbitrage-Wetten laufend und sie können schnell zu „normalen“ Surebets werden, wenn die Gesamtquote der einzelnen Ergebnisse einen Wert von 1 übersteigt. Darum sind Arbitrage-Wetten auch nur schwer zu finden.

Noch seltener sind dagegen sogenannte „Lay-Bets“. Diese Wetten funktionieren wie die gängigen All-Back-Bets. Der Unterschied ist allerdings, dass sich die Wetten nicht aus dem Sortiment mehrerer Wettanbieter kombinieren, sondern ausschließlich ein Konto bei einem einzelnen Wettanbieter notwendig ist, um diese Wette abzuschließen, da alle Wetten der Surebet von dem selben Wettanbieter präsentiert werden. Meistens handelt es sich bei den Lay-Wetten um normale Surebets mit einer Wettquote über 1. Nur in wenigen Fällen handelt es sich bei einer Lay-Wette auch um eine Arbitrage-Wette, bei der der Gewinn für den Wettkunden höher ist als für den Buchmacher.

Strategie zur Gewinnverbesserung:

Generell sollen Surebets ja bereits dafür sorgen, dass sich die User nach dem Abschließen keine Sorgen mehr um ihre Wetten machen müssen und auf jeden Fall einen Gewinn erhalten. Allerdings gibt es diverse Tipps, mit denen man aktiv seine Aussichten auf einen Gewinn verbessern kann. Ein genereller Tipp ist hierbei die Überwachung der Quote.

Surebets sind wie bereits erwähnt starken Kursschwankungen unterlegen. Das bedeutet, dass sich die Quote einer Surebet bis zum letzten möglichen Moment des Wettabschlusses noch verändern kann – sowohl zum Positiven als auch zum Negativen. Unter anderem spielt dabei eine Rolle, wie populär eine Partie ist. Wenn es sich zum Beispiel um das Viertelfinale der Weltmeisterschaft im Fußball handelt, kann man davon ausgehen, dass mehr User eine Wette auf eine Partie abschließen. Dadurch werden die Quoten für den Sieg oder die Niederlage einer Mannschaft bis zum letzten Moment beeinflusst, was zu Schwankungen der Quote führt. Damit sich diese Schwankungen nicht allzu negativ auf eine Surebet auswirken, ist es wichtig, dass man selbst die Quoten im Auge behält. Viele Anbieter von Surebets erlauben das Verändern bzw. das Austauschen von einzelnen Wettelementen. Wenn also zum Beispiel für das Ereignis der Niederlage von Team A die Quoten steigen, dann kann man als Wettkunde die Wette austauschen. Dazu ist es aber notwendig, dass man sich aktiv anschaut, wie die Quoten bei den einzelnen Wettanbietern aussehen und dementsprechend die Wetten zu platzieren. Wenn man für den Gewinn von Team B bei einem zweiten Wettanbieter eine bessere Quote bekommt als beim ersten Anbieter, dann sollte man die Wette entsprechend austauschen, um seine Gewinnaussichten zu verbessern.

Eine weiter Möglichkeit zur Verbesserung der Gewinn ist das Abschließen einer Surebet in Kombination einer Live-Wette. Bei einer Live-Wette verändern sich die Quoten allerdings im Lauf der Spiels selbst, sodass man als Wettkunde parallel ein Auge auf die Ereignisse auf dem Spielfeld haben muss, um dementsprechend seine Wette verändern zu können. Denn auch wenn ein Team oder ein Spieler von allen Wettanbietern als Favorit gesehen wird, kann es dazu kommen, dass das Team bzw. der Spieler schlechte Leistungen erbringt oder buchstäblich „einen schlechten Tag hat“. Dadurch kann sich während des Verlauf eines Spiels die Quote für einen Sieg oder eine Niederlage komplett verändern, was man als Nachteil, aber auch als Vorteil ansehen kann. Denn wer bei einer Live-Wette genau hinschaut und die Wetten entsprechend schnell anpasst, kann seinen Gewinn eventuell erhöhen.

Risiken bei Surebets:

Surebets gelten prinzipiell als sicher, weil der Verlust für Wettkunden bei nahezu 0 liegt. Allerdings gibt es Situationen, in denen es für die Kunden keinen Gewinn gibt – einfach, weil die Wette nicht zustande kommt. Das hängt unter anderem mit den allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Wettanbieter zusammen, in denen sich nahezu alle Wettanbieter das Recht vorbehalten, eine Wette zu stornieren. Wenn das passiert, weil es beispielsweise zu Rechenfehlern gekommen ist oder die Verluste für die Wettanbieter zu unüberschaubar werden, dann wird eine Wette vorzeitig beendet. Für den Kunden bedeutet das zunächst, dass er sein Geld zurück bekommt. Wenn er bei einem Wettanbieter allerdings nur eine Wette im Rahmen einer Surebet abgeschlossen hat, heißt das auch, dass der Kunde sich um Ersatz für die stornierte Wette bemühen muss oder eben einen möglichen Ausgang einer Spielpartie nicht abgedeckt hat.

Ein anderes Risiko bei Surebets ist eine Misskalkulation der einzelnen Quoten. Jeder Wettanbieter benutzt eigene Logarithmen und Formeln, um die Quoten für einzelne Ausgänge einer Partie zu berechnen. Diese Formeln benötigen eine Menge an Daten, um eine realistische Wettquote zu errechnen. Wenn also ein Wettanbieter einzelne Daten falsch angibt, weil er sich beispielsweise bei einer Nachkommastelle vertut, dann resultiert das in einer zu hohen oder zu niedrigen Quote. Häufig werden solche fehlerhaften Wetten dann wieder storniert, bei einzelnen Wettanbietern verhindert eine Quotenlimitierung aber eine Überschreitung bestimmter Werte, wodurch Wetten, die solche Werte überschreiten, automatisch ausgeschaltet werden.

Ein generelles Risiko aller Surebets sind aber die Quoten selbst. Denn die Quoten können sich bis zum letztmöglichen Wetteinsatz noch verändern, sodass man als Kunde nie wirklich sicher sein kann, wie die Quote für eine einzelne oder alle der Teilwetten zusammen liegt.

Fazit:

Surebets sind eigentlich eine sehr sichere Form, um auf Spiel zu wetten. Denn eine Surebet deckt im Idealfall alle möglichen Ausgänge eines Spiels – also Sieg, Niederlage und eventuell auch ein Unentschieden – ab, ohne dass das genaue Endergebnis eine Rolle spielt.

Allerdings ist man als Wettkunde gut damit beraten, immer ein Auge auf die Quoten bei den Surebets zu werfen und diese möglicherweise auch zu tauschen. Denn da eine Surebet als sehr sicher gilt, möchten sehr viele User diese Art der Wette abschließen, wodurch die Quote der einzelnen Wettelemente steigen oder sinken kann. Das wirkt sich häufig negativ auf den Gewinn der einzelnen Wettkunden aus.

Wer darum ein Auge auf die einzelnen Wetten einer Surebet hat und es versteht, die Quoten zu vergleichen und zu tauschen, der kann von einer Surebet profitieren und nicht nur seine Chancen auf einen Gewinn, sondern auch die Gewinnhöhe selbst verbessern, um mit einzelnen Sportevents sein Konto ein wenig aufzubessern.

Autor dieses Beitrages

Caroline Müller
Ich bin Caroline Müller, Mitarbeiterin im Leistungszentrum eines großen deutschen Fussballverein in München. Geboren und aufgewachsen in Köln habe ich 2007 mein Master-Studium der "Exercise Science and Coaching" an der deutschen Sporthochschule Köln abgeschlossen. Dank meiner männlichen Kommilitonen wurde ich während meines Studium auch ein Fan von Sportwetten und freue mich hier meine Erfahrungen mit Euch zu teilen. Wir sehen uns auf meinen Google+ Profil.